BORROMÄERINNEN

Orden und Geschichte

1. Gründung und erste Anfänge

Der Jurist und Armenapotheker: Josef Chauvenel (1619-1648) setzte sein Leben für die Armen ein. Er starb 1648 durch
eine Infektion bei der Pflege von Pestkranken. Nach seinem Tode gründete sein Vater Emanuel ein „Haus der Barmherzigkeit.“
Das war der Anfang der Borromäerinnen.
Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. (Johannes 15, 13)

2. Charité - 1652 – Nancy

Das Haus der Barmherzigkeit: „Es soll von fünf älteren Mädchen oder tugendhaften Witwen bewohnt werden. Sie sollen sich
Barmherzige Schwestern nennen.“ Sie stellen sich unter den Schutz der Heiligen Familie JESUS, MARIA und JOSEF.

 

Gründungsurkunde

Gründungsurkunde vom 18.Juni 1652

Auftrag und Sendung:
- Arme und verlassene Kranke aufsuchen
- Dieselben pflegen
- Sie mit Almosen unterstützen
- Sie trösten
- Ihnen den Empfang der heiligen Sakramente vermitteln
- Für alle ihre Bedürfnisse nach Möglichkeit Sorge tragen
 

Ein vom Kreuz überragtes Herz
SORORES MISERICORDIÆS. CAROLI B.
Die Buchstaben J M S weisen auf die doppelte Mutterschaft Mariens hin: physisch und mystisch. Das Siegel geht vermutlich
auf den hl. Franz von Sales zurück.

3. Erweiterung und Anerkennung

Das Haus wurde schnell zu klein für die Aufgabe der Kranken- und Altenpflege. 1662 schenkte Emanuel Chauvenel den
Schwestern ein größeres Haus Im Eingang des Hauses stand eine Statue des heiligen Karl Borromäus. Von jetzt an wurden
die Schwestern kurz Borromäerinnen genannt. Die Schwestern wählten den heiligen Karl Borromäus zu ihrem Ordens- und
Schutzpatron.

4. Das Ordensgelübde

Am 22. Juli 1679 legten die Schwestern die ersten Gelübde ab:
BARMHERZIGKEIT und BESTÄNDIGKEIT
Es folgten die Gelübde der Armut, des Gehorsam und der ehelosen Keuschheit


5. Der Heilige Karl Borromäus

DER HEILIGE KARL BORROMÄUS 1538 – 1584

Erzbischof und Kardinal von Mailand
Karl Borromäus hat in der Reformationszeit gewirkt und sich für die Erneuerung der Kirche in der Diözese Mailand
eingesetzt. Sein Leben war ein Leben mit der Kirche und für die Kirche:
Ein Mitleben und Mitfühlen in der Kirche:
Während der Pest 1576 half Karl der Bevölkerung von Mailand und pflegte Arme und Kranke - so wurde er Vorbild für
Josef Chauvenel - den Gründer des Ordens der Barmherzigen Schwestern. Seine Grundsätze sind der Wesenskern ihres
Charismas.
Das Leben des heiligen Karl Borromäus war geprägt von der:
TREUE ZUR KIRCHE
VERSENKUNG IM GEBET
BARMHERZIGKEIT AN ARMEN UND KRANKEN

6. Die Barmherzigen Schwestern vom heiligen Karl


Borromäus in aller Welt 
Der Stammbaum der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Karl Borromäus

Aus der Charité in Nancy/Frankreich sendeten die Schwestern in den folgenden Jahrhunderten
Ordensschwestern in alle Welt.
Hauptniederlassungen sind:
Nancy, Trier, Prag, Wien, Trebnitz, Rybnik-Nicolai, Grafschaft,
Seit 1970 sind alle sieben Kongregationen der Barmherzigen Schwestern vom hl. Karl Borromäus, die aus dem Stammhaus
in Nancy hervorgegangen sind, in einer Förderation verbunden.

7. Neuanfang in Grafschaft

1945/46 mussten die Schwestern aus Trebnitz/Schlesien die Ostgebiete verlassen. Die ersten drei Schwestern kamen 1948
in Grafschaft im Sauerland an und pachteten dort die ehemalige Benediktiner-Abtei KLOSTER GRAFSCHAFT. Das schöne
barocke Gebäude war zerfallen, kaum jemand hielt eine Restauration für möglich. Mit Unterstützung der Bevölkerung von
Grafschaft, unter großen Opfern und Schwierigkeiten wurde das ruinengleiche Haus vollständig ausgebaut und umgestaltet.
Am 3. Juli 1950 wurde die ersten Patienten - 21 an Silikose erkrankte Bergleute - aufgenommen. Das
heutige Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft GmbH hat sich auf dem Gebiet der Lungen- und Bronchialheilkunde
spezialisiert. Weitere Zweige sind die Allergologie-Abteilung sowie die Früh-Rehabilitation.
1952 Papst Pius XII. bestätigt Kloster Grafschaft als Generalmutterhaus.


Kloster Grafschaft

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8. Die Borromäerinnen in Ägypten

1884 wird in Alexandria eine Schule für Mädchen mit einem Kindergarten eröffnet.
Im Jahr 1904 kommt es zur Gründung einer Mädchenschule mit Kindergarten in Kairo.
Außer den Schulen betreuen die Borromäerinnen in Maadi eine ambulante Krankenstation und das Altenpflegeheim
„Pelizäusheim“ in Alexandrien.

9. Geistige Grundlage

Die spirituelle Grundlage unserer Ordensgemeinschaft geht auf die religiösen Strömungen der Gründungszeit zurück:
- Leben in der Gegenwart Gottes
- Eucharistische Anbetung
- Herz-Jesu-Verehrung
- Marienverehrung
- Verehrung der Heiligen - insbesondere des heiligen Karl Borromäus
- Christus in den Armen und Kranken zu erkennen
Bis auf den heutigen Tag lebt die Gemeinschaft in allen ihren Zweigen in diesem kontemplativ-barmherzigen Dienst.

10. Das Leben in der Gemeinschaft

Stundengebet der Kirche
Gemeinsame Feier der Eucharistie
Betrachtung der Heiligen Schrift
Dienst am Nächsten
Die Barmherzigen Schwestern vom heiligen Karl Borromäus sind eine Kongregation päpstlichen Rechts mit apostolischcaritativer
Tätigkeit. Die Schwestern leben in der Nachfolge Christi mit den Gelübden der Armut, des Gehorsams, der
Ehelosigkeit um Christi Willen und der beständigen Barmherzigkeit.
Unser Wirken - Unsere Ziele
Die Schwestern setzen sich ein:
- in der Alten- und Krankenpflege
- bei der Betreuung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen in Kindergärten und Schulen
- im Seelsorgebereich und bei Krankenbesuchen
- in Erholungsstätten
Sie wollen den Menschen in ihren Nöten beistehen und Zeugnis geben von der Liebe Gottes.
Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. (Johannes 15, 13)